Lehrentwicklung
Lehrentwicklung ist der Ort, an dem ein Bildungsangebot entsteht, bevor es in den Unterricht geht. Curricula halten die Ziele, Lerneinheiten den Ablauf und Methoden die gemeinsame Durchführung. Du arbeitest mit dem Team an denselben Inhalten, gibst sie frei und musst einen Kurs nicht jedes Semester neu aufbauen.
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Curricula
Bildungsziele als Baum, den das Team gemeinsam pflegt.
Welches Problem es löst
In vielen Kollegien liegt ein Curriculum als Dokument vor: eine lange Tabelle, ein PDF aus der letzten Überarbeitung oder eine Folie, die nur eine Person wirklich pflegt. Wer neu dazukommt, sieht eine Liste von Zielen, aber nicht, wie diese Ziele zusammenhängen. Welche Kompetenz baut auf welcher auf? Welche Unterrichtseinheit deckt welches Ziel ab? Und wo fehlt bisher jeder Inhalt?
Diese Fragen tauchen meist erst im laufenden Semester auf, wenn eine Gruppe an einer Stelle nicht weiterkommt oder zwei Lehrende dasselbe Thema doppelt behandeln. Ein Textdokument kann solche Lücken nicht sichtbar machen, weil es keine Verbindung zwischen Ziel und Material kennt. Genau dafür ist das Curriculum in Mavelia gedacht.
Ziele als Baum statt als Liste
Bausteine lassen sich verknüpfen, sodass Abhängigkeiten zwischen Zielen sichtbar werden.
Inhalte direkt am Ziel
Lerneinheiten und Dateien hängen an dem Baustein, zu dem sie gehören.
Vorlagen statt Neuanfang
Ein bestehendes Curriculum dient als Ausgangspunkt für das nächste Angebot.
Freigabe für das Team
Du bestimmst, wer die Struktur sehen und mit ihr arbeiten darf.
So arbeitet ihr damit
Du legst ein Curriculum an und baust es aus Bausteinen auf. Jeder Baustein steht für ein Bildungsziel. Über die Verknüpfungen zwischen den Bausteinen entsteht ein Baum, der zeigt, welches Ziel auf welchem aufbaut. Neue Bausteine fügst du direkt im Baum hinzu, und die Ansicht lässt sich zwischen verschiedenen Darstellungen umschalten, je nachdem, ob du den Überblick oder die Details brauchst.
An jedem Baustein siehst du, welche Lerneinheiten und Dateien dazugehören. In der Beschreibung hältst du fest, worum es in dem Curriculum geht und für wen es gedacht ist. Über die Freigabe bestimmst du, wer es nutzen darf. Ein vorhandenes Curriculum kannst du als Vorlage nehmen, wenn ein neues Angebot ähnlich aufgebaut sein soll.
Ein bewährter Weg ist, zuerst die großen Ziele des Angebots als oberste Bausteine anzulegen und sie dann schrittweise in Teilziele zu zerlegen. So bleibt der Baum lesbar, auch wenn er mit der Zeit wächst. Wenn sich Schwerpunkte verschieben, ordnest du Bausteine neu an, ohne die Inhalte zu verlieren, die bereits daran hängen.
Was sich im Lehralltag ändert
Statt vor jedem Semester ein Dokument zu überarbeiten, pflegt das Team eine gemeinsame Struktur. Wenn eine Lerneinheit dazukommt, hängt sie an dem Ziel, das sie abdeckt. So wird mit jeder Planung sichtbarer, welche Ziele gut versorgt sind und welche noch kaum Material haben.
Auch Gespräche im Kollegium werden konkreter. Ihr redet nicht mehr über eine abstrakte Liste, sondern über einen Baum, in dem jede Person sieht, an welcher Stelle sie arbeitet. Neue Kolleginnen und Kollegen finden sich schneller zurecht, weil die Logik des Angebots nicht nur im Kopf einzelner Personen steckt, sondern im Curriculum selbst.
Zusammenspiel mit den anderen Werkzeugen
Das Curriculum ist der Rahmen, in den sich die übrigen Werkzeuge der Lehrentwicklung einfügen. Lerneinheiten werden an Bildungsziele gehängt, und die Methoden, die in diesen Lerneinheiten vorkommen, stammen aus dem gemeinsamen Methodenpool.
Im Lernendencockpit greift der Kompetenztracker auf dasselbe Curriculum zurück. Du verbindest es dort mit einer Gruppe und verfolgst, welche Ziele für diese Gruppe gelten und wo sie stehen. So bleibt die Struktur, die ihr in der Lehrentwicklung aufgebaut habt, auch bei der Begleitung der Lernenden der Bezugspunkt.
Im Zeitplaner zeigt sich das Curriculum indirekt: Jede Lerneinheit, die auf einen Termin gesetzt wird, gehört zu einem Ziel. Wer wissen will, warum eine Sitzung so geplant ist, findet die Antwort im Curriculum.
Für wen es gedacht ist
Curricula sind für alle gedacht, die ein Bildungsangebot über mehrere Termine oder Module hinweg verantworten: Fachgruppen an Schulen, Teams in der Erwachsenenbildung, Studiengangsverantwortliche oder Anbieter von Fortbildungsreihen. Besonders hilfreich ist das Werkzeug, wenn mehrere Personen am selben Angebot arbeiten und ein gemeinsames Verständnis der Ziele brauchen.
Auch wer allein unterrichtet, profitiert davon, die eigenen Ziele als Baum zu sehen. Spätestens beim zweiten Durchlauf eines Kurses zeigt sich, wie viel Zeit es spart, nicht wieder bei einer leeren Seite anzufangen.
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Lerneinheiten
Unterricht in Lernabschnitten planen und wiederverwenden.
Welches Problem es löst
Unterricht wird oft in Einzelteilen vorbereitet. Der Ablauf steht in einem Textdokument, die Arbeitsblätter liegen in einem Ordner, die Präsentation auf einem anderen Gerät, und die Ziele der Stunde sind irgendwo in einer Mail notiert. Wenn die Stunde ein Jahr später wieder ansteht, muss alles zusammengesucht werden, und oft fehlt genau das Detail, das beim letzten Mal gut funktioniert hat.
Noch schwieriger wird es, wenn mehrere Lehrende dieselbe Einheit unterrichten. Jede Person hat ihre eigene Kopie, Verbesserungen bleiben bei der einen Fassung hängen, und ein gemeinsamer Stand entsteht nicht. Lerneinheiten in Mavelia sollen genau diese Zersplitterung beenden.
Aufbau in Lernabschnitten
Jeder Abschnitt bündelt Kompetenzen, Materialien, Prozessmodell und Medien.
Einmal planen, mehrfach nutzen
Dieselbe Einheit taucht im Zeitplaner und im Curriculum auf.
Gemeinsam weiterentwickeln
Über die Freigabe arbeitet das Team an derselben Fassung.
Material am richtigen Ort
Dateien, Bilder und Videos liegen in dem Abschnitt, in dem sie gebraucht werden.
So arbeitet ihr damit
Eine Lerneinheit besteht aus Lernabschnitten. Jeder Abschnitt enthält die Bausteine, die für diesen Teil des Unterrichts wichtig sind: die angestrebten Kompetenzen, eine Standortbestimmung, Materialien, ein Prozessmodell und Medienkomponenten. Die Reihenfolge der Bausteine und Abschnitte lässt sich per Ziehen und Ablegen ändern.
Materialien wie PDFs, Bilder und Videos lädst du direkt in den passenden Abschnitt. In den Reitern Beschreibung, Freigabe und Einstellungen hältst du fest, worum es in der Einheit geht, wer sie sehen darf und wie sie sich verhalten soll. Über die Vorschau prüfst du, wie die Einheit für andere aussieht, bevor du sie weitergibst.
Viele Teams beginnen mit einer Einheit, die sie ohnehin gerade vorbereiten, und übertragen den vorhandenen Ablauf in Abschnitte. Schon beim ersten Mal zeigt sich, welche Teile fehlen, etwa eine klare Standortbestimmung am Anfang oder ein Prozessmodell, das die Phasen der Stunde verbindet. Diese Lücken lassen sich dann gezielt schließen, statt sie erst im Unterricht zu bemerken.
Was sich im Lehralltag ändert
Die Vorbereitung einer Stunde wird zu etwas, das bleibt. Was du einmal sorgfältig aufgebaut hast, steht beim nächsten Mal wieder bereit, inklusive Material und Ablauf. Du passt an, was sich geändert hat, statt alles neu zusammenzusetzen.
Im Team verschiebt sich die Arbeit vom Austausch von Dateien zum gemeinsamen Verbessern einer Fassung. Wenn eine Kollegin eine Standortbestimmung ergänzt oder ein besseres Arbeitsblatt hochlädt, profitieren alle, die mit dieser Einheit arbeiten. So wächst über die Zeit eine Sammlung von Unterrichtseinheiten, die tatsächlich erprobt ist und nicht nur auf einer Festplatte liegt.
Zusammenspiel mit den anderen Werkzeugen
Lerneinheiten sind das Bindeglied zwischen Planung und Unterricht. Im Curriculum hängst du sie an das Bildungsziel, das sie abdecken. Die Methoden, die in einem Abschnitt vorkommen, kommen aus dem Methodenpool und bleiben so einheitlich benannt.
Im Zeitplaner setzt du dieselbe Lerneinheit auf einen konkreten Termin. Dort schaltest du in der Sitzung frei, was die Gruppe gerade sehen soll. Die Einheit muss dafür nicht kopiert werden. Änderungen, die du in der Lehrentwicklung machst, sind damit auch dort aktuell, wo du die Einheit im Unterricht einsetzt.
Am Ende einer Einheit kann eine Umfrage aus dem Evaluationszentrum zeigen, wie die Gruppe den Ablauf erlebt hat. Die Rückmeldungen fließen dann in die nächste Überarbeitung der Lerneinheit ein.
Für wen es gedacht ist
Lerneinheiten sind für alle gedacht, die Unterricht, Seminare oder Workshops vorbereiten und diese Vorbereitung nicht jedes Mal von vorn beginnen wollen. Das gilt für Lehrkräfte an Schulen ebenso wie für Dozierende an Hochschulen und Trainerinnen und Trainer in der Weiterbildung.
Besonders lohnend ist das Werkzeug für Teams, die dieselben Inhalte in mehreren Gruppen unterrichten. Dort entsteht aus vielen einzelnen Vorbereitungen ein gemeinsamer Bestand, auf den alle zugreifen können und der mit jedem Durchlauf besser wird.
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Methoden
Anleitung und Materialien für eine gemeinsame Methodensprache.
Welches Problem es löst
Jede Lehrperson hat einen eigenen Methodenkoffer. Manche Methoden sind in Fortbildungen aufgeschnappt, andere stehen in einem Buch, wieder andere hat man selbst entwickelt. Aufgeschrieben ist davon wenig, und wenn doch, dann in Notizen, die nur die eigene Person versteht.
Im Team führt das zu Missverständnissen. Zwei Kolleginnen sprechen von einem Gruppenpuzzle und meinen unterschiedliche Abläufe. Eine neue Lehrkraft hört den Namen einer Methode, weiß aber nicht, welches Material dafür gebraucht wird. Und wer eine bewährte Methode weitergeben möchte, muss sie jedes Mal neu erklären. Der Methodenpool in Mavelia gibt diesem Wissen einen festen Ort.
Anleitung und Material zusammen
Der Ablauf und die benötigten Unterlagen liegen in derselben Methode.
Ein Pool für alle Einheiten
Beim Planen von Lerneinheiten greifst du auf dieselben Methoden zu.
Gemeinsame Begriffe
Das Team meint mit einem Methodennamen denselben Ablauf.
Teilen und wiederverwenden
Über die Freigabe nutzen Kolleginnen und Kollegen deine Methoden mit.
So arbeitet ihr damit
Eine Methode besteht aus zwei Teilen. In der Anleitung beschreibst du, was in der Methode passiert und wie die Durchführung abläuft. Im Materialteil hinterlegst du, was für die Methode gebraucht wird und wo es weiterführende Informationen gibt. Beide Teile sind direkt auf der Methodenseite sichtbar und lassen sich getrennt bearbeiten.
Wie bei Lerneinheiten gibt es die Reiter Beschreibung, Freigabe und Einstellungen. In der Beschreibung ordnest du die Methode ein, über die Freigabe entscheidest du, wer sie nutzen darf. Methoden kannst du nach Titel suchen und nach Aktualisierung sortieren, damit du im wachsenden Pool schnell findest, was du brauchst.
Hilfreich ist es, eine Methode so zu beschreiben, dass eine Person sie durchführen kann, die sie noch nie erlebt hat. Dazu gehören die einzelnen Schritte, die ungefähre Dauer, die Rolle der Lehrperson und typische Stolperstellen. Je klarer die Anleitung, desto eher wird die Methode im Team tatsächlich übernommen.
Was sich im Lehralltag ändert
Methoden werden vom persönlichen Erfahrungswissen zu einem gemeinsamen Werkzeug. Wenn du eine Methode einmal sauber beschrieben hast, musst du sie nicht wieder erklären. Kolleginnen und Kollegen öffnen die Methode, lesen den Ablauf und sehen das Material.
Mit der Zeit entsteht im Team eine gemeinsame Methodensprache. Wenn in einer Lerneinheit eine bestimmte Methode steht, wissen alle, was gemeint ist. Das macht Absprachen kürzer und Vertretungen einfacher, weil die Person, die einspringt, nicht raten muss, wie die Stunde gedacht war. Gleichzeitig wird sichtbar, welche Methoden häufig verwendet werden und wo es noch an Abwechslung fehlt.
Zusammenspiel mit den anderen Werkzeugen
Der Methodenpool steht vor allem bei der Arbeit an Lerneinheiten bereit. Dort setzt du eine Methode in einen Lernabschnitt ein, statt den Ablauf jedes Mal neu zu formulieren. Die Lerneinheit verweist dann auf dieselbe Methode, die auch andere Einheiten nutzen.
Über die Lerneinheit landet die Methode im Zeitplaner, wenn die Einheit auf einen Termin gesetzt wird. So ist der Weg von der Beschreibung einer Methode bis zu ihrem Einsatz in einer konkreten Sitzung durchgehend nachvollziehbar.
Viele Methoden brauchen digitale Unterstützung. Ein Brainstorming lässt sich mit der Pinnwand umsetzen, eine schnelle Abfrage mit dem Live Quiz und eine Gruppeneinteilung mit dem Lernendencockpit. In der Anleitung kannst du festhalten, welches Werkzeug zur Methode passt.
Für wen es gedacht ist
Der Methodenpool ist für Teams gedacht, die ihre Lehre gemeinsam weiterentwickeln wollen: Fachschaften, Lehrteams an Hochschulen, Ausbildungsabteilungen oder Anbieter von Trainings. Er hilft auch einzelnen Lehrenden, die ihren eigenen Methodenkoffer endlich an einem Ort sammeln möchten.
Besonders wertvoll ist er dort, wo Personen häufig wechseln oder neue Kolleginnen und Kollegen eingearbeitet werden. Statt Methoden mündlich weiterzugeben, gibt es einen Pool, den jede Person öffnen kann.
Bereit für Lehrentwicklung?
Leg dein Team an und probier die Werkzeuge mit deinem eigenen Unterricht aus.



